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Dezember 2004 | Neuer
Vereinsvorstand | Der Stand im Jahre 2004
| Ngawangs Letter
Archiv: News 2001 | 1. Halbjahr 1999 | Nawangs Bericht 7/99 (englisch)
Bei
unserem Besuch im Frühjahr und folgenden Gruppen von "Neue Wege" im Herbst
wurden wir jedesmal sehr herzlich dort empfangen und konnten uns vor Ort
ein Bild der Fortschritte und Entwicklungen machen. Nachdem schon im Frühjahr
zur Verbesserung der sanitären Verhältnisse eine neue Toillettenanlage
mit Dreikammersystem und eine Soloranlage zur Erzeugung warmen Waschwassers
und Vorwarmung des Kochwassers zwecks Energieersparnis fertiggestellt
worden war, erhielt das Haus im Frühsommer eine neue Dachkonstruktion,
die rechtzeitig vor dem Monsun Schutz vor den im Sommer dort sintflutartigen
Regenfallen gab.
Für diese Neuerungen war Nawang Lhamo mit allen Mitarbeiterinnen sehr
dankbar, da die Verhältnisse in Nying Thob Ling auf Grund der vielen Provisorien
zwar auf den Betrachter immer idyllisch wirkten, für den Betreiber aber
auch mit vielen alltäglichen Problemen verbunden sind. So konnte sowohl
der Komfort des Wohnens als auch die hygienische Situation in diesem Jahr
wesentlich verbessert werden. Dennoch ist es immer wieder bewunderswert
mit welcher Hingabe die Mitarbeiterinnen und der Koch des Projekts arbeiten.
Für Sie ist es ein ständiger "Rund um die Uhr" Dienst, mit sehr wenig
privaten Freiraumen. Alle arbeiten jedoch mit Freude, man hat das Gefühl
einer großen Familie, ein Gefühl, das durchgängig die Atmosphäre in Nying
Thob Ling prägt.
Dieses Jahr entschloß sich die Schwester Nawung Lhamos, permanent zu kommen
und sich auch ganz dem Projekt zu widmen, zusätzlich wurde eine junge
Hilfsköchin und ein Lehrer eingestellt, der die Kinder in erster Linie
handwerklich anleitet. Diese Personalverstürkung war bei inzwischen 20
Behinderten Kindern und Jugendlichen auch nötig.
Da die Nachfrage nach den Heimplätzen weiterhin groß ist, möchten wir
uns entschlossen unserem ursprünglichen Ziel annähern, 50 Kindern Platz
zu bieten. Dafür wird auf dem vorhandenen Grundstück ein Neubau notwendig,
der in modularer Bauweise zunächst genügend Schlafplätze, dann Unterrichtsräume,
eine neue Küche und Räume für das Personal einschließen soll. Der gesamte
Komplex soll zwischen DM 300000 ' - und DM 350000,- kosten. Dies klingt
zunächst viel, laßt sich aber auch nach und nach über mehrere Jahre verteilt
realisieren. Wenn man bedenkt, daß man jedem Jugendlichen dabei mit ca.
DM 6000,- einen eigenen Heimplatz bauen kann, ist das verglichen mit den
jährlichen Kosten eines Heimplatzes von DM 100000,- für ein Kind in Deutschland
auch nicht mehr so eine große Summe.
Die laufenden Kosten werden sich dann pro Kind noch Fertigstellung wesentlich
niedriger stellen. Wir können das Budget des Projekts im Augenblick mit
ca. DM 60,-/Kind im Monat sicherstellen. Diese Relation wird sich in Zukunft
bei mehr Kindern wohl kaum verschlechtern. In diesem Zusammenhang gilt
es auch zu erwähnen, daß dieses Budget durch Patenschaften, die jedes
einzelne Kind hat, im letzten Jahr komplett gedeckt werden konnte. Für
diese Patenschaften, die mehrheitlich von Teilnehmern unserer Reisen übernommen
worden sind, sind wir sehr dankbar, da sie uns durch die Regelmäßigkeit
des Geldeingangs die Sicherheit geben, auf deren Basis wir das Projekt
weiterentwickeln können.
Für unseren kleinen Verein ist das neue Projekt sicherlich eine große
Herausforderung, die es aber anzugehen gilt, wenn wir den Kindern auf
Dauer eine wirklich angemessene Chance geben möchten, in einer förderlichen
Umgebung zu leben und zu lernen. Ich möchte Dich daher herzlich bitten,
alle Möglichkeiten einer phantasievollen Spendensammlung für Nying Thob
Ling, seien es Geburtstags- oder betriebliche Weihnachtsfeiern zu nutzen,
um in diesem und im nächsten Jahr durch viele kleine und größere Beiträge
den Aufbau dieses wirklich sinnvollen Projekts zu unterstützen. Die Menschen
in Dharamsala, die jeden Tag mit ganzem Einsatz im Projekt arbeiten, und
natürlich die Kinder, die dort eine neue Chance bekommen, haben jede Unterstützung
verdient. Ich stehe persönlich dafür ein, daß jede gespendete Mark vollständig
in Dharamsala ankommt.
In diesem Sinne wünsch ich Dir und Deinen Lieben einen erfüllten Jahresausklang
mit einem wachen Blick auf das Wesentliche in dieser augenblicklich so
bewegten Welt,
mit herzlichem Gruß

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